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Kombilösung: Splett warnt vor Kostensteigerung [36]

Karlsruhe (ps/trs) - Die Zuschüsse von Bund und Land für die die Kombilösung einschließlich des Kriegstraßentunnels sind festgelegt. Dies teilte Staatssekretärin für Verkehr und Infrastruktur, Gisela Splett, am Montag in Stuttgart mit. Die Landesregierung beobachte allerdings mögliche Kostensteigerungen und Verzögerungen mit großer Sorge. Spielräume gebe es angesichts der angespannten Lage der öffentlichen Haushalte kaum.
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Gisela Splett, Die Grünen
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Gisela Splett
Foto: ERS

Schon Ende vergangenen Jahres habe Minister Winfried Hermann die Stadt Karlsruhe darüber informiert, dass das Land den Ergänzungsantrag der Kasig dem Bundesverkehrsministerium zugeleitet hat. Damit sei die Bitte verbunden gewesen, das Teilprojekt "Straßenbahn in der Kriegsstraße mit Straßentunnel" endgültig in die Kategorie "a" des GVFG-Bundesprogramms aufzunehme, heißt es in einer Pressemitteilung des Verkehrsministeriums.

Weitere Kostensteigerungen befürchtet

Zugleich habe der Minister darauf hingewiesen, dass die bereits jetzt bekannten Kostensteigerungen und vermehrten Meldungen über Verzögerungen beim Bauablauf im Ministerium mit Sorge beobachtet werden. Zu befürchten seien weitere Kostensteigerungen und eine Verschiebung der Fertigstellung des Projekts. Dies sei umso bedenklicher, als das GVFG-Bundesprogramm 2019 auslaufe und danach keine Fördermittel des Bundes mehr zur Verfügung stünden.

Auch sei fraglich, ob das Land weitere, nicht auszuschließende Kostensteigerungen kofinanzieren könne. Minister Hermann habe deshalb schon damals an die Stadt appelliert, intensiv nach Einsparmöglichkeiten zu suchen. Die Prüfung des von der Stadt gestellten und nun an das Bundesverkehrsministerium weitergeleiteten Ergänzungsantrags habe zuwendungsfähige Kosten in Höhe von 500 Millionen Euro ergeben. Er sei vor dem Hintergrund der Förderzusagen aus dem Jahr 2008 zu sehen.

Von den damals angemeldeten Gesamtkosten in Höhe von 495 Millionen Euro seien 436 Millionen Euro vom Bund als zuwendungsfähig akzeptiert worden. Der Fördersatz des Bundes beträgt gemäß GVFG-Regelung 60 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten. Bewilligt wurden im Dezember 2008 deshalb 178 Millionen Euro Bundesmittel für den Kaiserstraßentunnel.

300 Millionen Euro vom Bund zu erwarten

Der Zuschuss des Bundes für den Kriegsstraßentunnel wurde noch nicht fest zugesagt, hätte aber rechnerisch bei etwa 80 Millionen Euro gelegen. Zwischen Stadt und Land wurde etwa zeitglich mit der Bewilligung seitens des Bundes im Dezember 2008 eine Finanzierungsvereinbarung geschlossen. Danach beteiligt sich das Land mit 100,8 Millionen Euro in 12 Jahresraten am Gesamtprojekt Kombilösung.

Festgehalten ist in der Finanzierungsvereinbarung: "Die Stadt Karlsruhe wird die durch die Finanzierungsbeiträge des Bundes und des Landes nicht gedeckten Kosten tragen." Im Jahr 2010 hat die Stadt dann den genannten Ergänzungsantrag gestellt. Darin hat sie die Gesamtkosten des Vorhabens mit 638 Millionen Euro beziffert, was einer Kostensteigerung von fast 30 Prozent entspricht. Dieser Ergänzungsantrag verfolgte neben der Anmeldung dieser Mehrkosten auch das Ziel, für den Kriegsstraßentunnel eine feste Zusage zu bekommen.

Gegenüber dem ursprünglichen Antrag wurden im Rahmen der gründlichen Prüfung 70 Millionen Euro Mehrkosten vor allem für den Kaiserstraßentunnel als zuwendungsfähig anerkannt. Die zuwendungsfähigen Kosten für das Gesamtprojekt belaufen sich demnach nun auf 500 Millionen Euro. Die vom Land bereits 2008 zugesagten 100 Millionen Euro entsprechen etwa 20 Prozent dieser zuwendungsfähigen Kosten, so dass kein Anlass besteht, über einen erhöhten Landeszuschuss nachzudenken. Vom Bund seien bei Anerkennung der Mehrkosten und Aufnahme des Kriegsstraßentunnelns in Förderkategorie "a" rund 300 Millionen Euro Zuschuss zu erwarten, so die Pressemitteilung des Verkehrsministeriums. Eine entsprechende Bewilligung liege aber noch nicht vor.

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Kommentare [36]
Hinweis: Kommentare geben nicht unbedingt die Meinung von ka-news wieder.
  • (481 Beiträge) | 30.01.2012 19:32
    Was sagt mir dieser Bericht ?
    Doch nicht etwa, dass wir im Jahr 2012, also gerade einmal zwei Jahre nach Baubeginn, absehbar finanziell am A ... sind ???

    Denn dass die Kosten zu diesem frühen Zeitpunkt inflationsbereinigt bei 640 Mios stehen bleiben, das glauben nicht einmal die kühnsten Optimisten.
  • (1770 Beiträge) | 30.01.2012 19:46
    Jep..so isses
    - da wird wohl noch das eine oder andere Milliönchen dazukommen. Auch nicht zu vergessen ist, daß wegen dem Tunnel neue Bahnen beschafft werden müssen - in Summe wird der ganze Stuß locker die 1 Milliardengrenze knacken, wenn man das Ganze mal "over all" kalkuliert. Von den späteren , abnorm hohen Betriebskosten für den Tunnel noch gar nicht gesprochen.....
    Wer aber über die Neue Messe jubelt, bei der der Steuerzahler für jedem Euro Umsatz nochmals >72ct drauflegen muss, der kann definitiv nicht rechnen. Und genaus deshalb darf eine MM oder ein IW absolut nie OB werden....das würde das Elend für den Komapatient "Stadtfinanzen" nur noch verlängern....
  • (481 Beiträge) | 30.01.2012 21:12
    Danke
    wollte nur wissen, ob ich vielleicht irgend etwas "zwischen den Zeilen" falsch verstanden habe.

    Nun bin ich auf die Reaktion der Kombibefürworter gespannt.

    HALLO !! KOMMT AUS EUREN LÖCHERN !!
  • (1203 Beiträge) | 31.01.2012 09:32
    Milchmädchenrechnung..
    Und dass der Steuerzahler bsp. beim Kauf jeder einzelnen Eintrittskarte fürs ZKM oder Staatstheater auch über 50 Euro drauflegen muss, sei nur am Rande erwähnt.

    Wenn sich nach der oben genannten Logik tatsächlich alle Investitionen gegenrechnen bzw. alle Einrichtungen kostendeckend arbeiten müssen, werden wir Karlsruhe JEDE Infrastrukturmassnahme stoppen und sämtliche Einrichtung schliessen müssen...

    Von daher für mich kein Argument...
  • (1770 Beiträge) | 31.01.2012 20:46
    Nicht jede Einrichtung ist es
    wert, mit aller Gewalt erhalten zu werden. Das nächste Jahrzehnt wird eh noch genug Themen haben, wo man was wie einspart - auch die div. Museen, der Zoo, die div. Theater , Schwimmbäder, Vereine, Sporthallen , Bildungseinrichtungen, Bibliotheken etc etc gehören auf den Prüfstand. Und da ist so Einiges an Potential - bezahlen kann das aktuell eh Keiner mehr. Bevor wir wie Griechenland enden, sollten wir vielleicht nochmals unseren Luxus überdenken und bei manchen Sachen zurückrudern. Fakt ist, das Karlsruhe nach der Splett-Aussage spätestens in 2 Jahren mit seinem Haushalt wegen dem Kombikrempel komplett an die Wand fährt.
  • (1885 Beiträge) | 30.01.2012 20:14
    Dass das nie finanziell hinhaut,
    das wussten wir doch alle, deshalb glaube ich, auch wenn immer was anderes behauptet wird, dass die Kriegstraßen-Kombi schon gestorben ist. Wenn kein Geld mehr da ist, für neue Bahnen und andere Folgekosten haben wir eine "U-Bahn gebaut ohne U-Bahn".

    Auch vom Bund wird nichts nachgeschossen, durch die ganzen Rettungspläne etc. hat die Republik schlicht kein Geld mehr.
  • (2673 Beiträge) | 31.01.2012 05:02
    Haben keine U-Bahn gebaut
    Sondern eine U-Strab. Dort können die heutigen Nieder- und Mittelflurbahnen verkehren. Für die Hochflurbahnen (Linie 5, S1, S11, S2 sowie vereinzelt S4/41, S5/51/52) sind Ersatzbeschaffungen nötig. Wurden aber scheinbar schon (weitestgehend) bestellt.
  • (1885 Beiträge) | 31.01.2012 07:44
    Ob U-Bahn oder U-Strab
    wenn kein Geld mehr da ist, ist das vergleichsweise egal, wie das Verkehrssystem genannt wird.
  • (213 Beiträge) | 31.01.2012 08:14
    ???
    Laut einem Bericht im Herbst 2011 gibt es für diese Bahnen auch keine Zuschüsse mehr. Also ich denke das die gesamten Verkehrsbetriebe verkauft werden. Irgendein ausländischer Investor wird sich schon finden lassen. Die fahren dann im 30 Min Takt und Sonntags nur jede Stunde, so wie es sich dann eben rechnet. Aber unseren OB´s ( der jetzt und der Neue ) ist das eh egal. Die Bilanz stimmt dann wieder ein wenig und alle im Gemeinderat klopfen sich auf die Schulter und feiern sich grinsen))))
  • (2393 Beiträge) | 31.01.2012 09:31
    das wahre Gesicht der Grünen?
    wer hätte das gedacht?
    Kaum ein grüner Ministerpräsident gewählt und schon wird der ÖPNV verkauft und fährt nur noch im 30-min Takt.
    Gut gemacht, lieber Grüne Autofahrer Lobby
  • (638 Beiträge) | 31.01.2012 10:28
    Naiv
    ich stelle fest, dass es wohl eher so ist, dass sich in Sachen Verkehr Grüne Naivlinge von der vorhandenen ministeriellen Autofahrer Lobby
    beraten lassen. Die Grünen sind eher für Juchtenkäfer zuständig. Für Bahnen gibt es keine Zuschüsse, wohl aber für CO2 und Feinstaub ausstossende Dieselbusse! Das sagt doch schon alles.
  • (1529 Beiträge) | 31.01.2012 11:04
    Schon mal was von Bussen
    gehört die nicht mit Diesel fahren?
    Gas ist easy und H2-Busse sind anderswo auch problemlos im Einsatz.
    Ach ja, das wäre ja Inovation zwinkern
    In Karlsruhe geht das vielleicht nicht, weil die ständig die Bahnen vorbei lassen müssten zwinkern
  • (638 Beiträge) | 31.01.2012 13:46
    Hallo Oben Lang
    leider sind Gasbusse oder Hybridbusse auch nicht umweltfreundlicher
    als Dieselbusse.Lediglich beim Hybrid wird 10% Diesel eingespart und das macht ihn etwas umweltfreundlicher. Die sind aber alle nicht CO2 frei. Vor allem bei der Produktion von Gas / Förderung und Raffinierung von Öl entsteht auch CO2.Vollkommen CO2- frei ist allein der elektrische Antrieb bei der Straba, der in KA mit Ökostrom gespeisst wird. Desshalb sollte eine Umweltpartei auch die Straba und Oberleitungsbusse bezuschussen und nicht Diesel- oder Gasbusse, allenfalls Hybrid.
  • (975 Beiträge) | 31.01.2012 09:49
    Tscha,
    das klnnte die größte Disko Deutschlands werden. Super!!!!!!!!
  • (1418 Beiträge) | 30.01.2012 22:47
    Wenn der Mappus noch MP wäre
    hätten wir genug Kohle. Oder er? zwinkern
  • (296 Beiträge) | 30.01.2012 23:13
    als ob jeglicher anderer vorschlag
    nicht genau dasselbe problem gehabt hätte
  • (20148 Beiträge) | 31.01.2012 01:20
    Meine Hochbahn
  • (2081 Beiträge) | 31.01.2012 02:19
    Mit
    zwei Schienen, oder als Einschienenbahn?
  • (20148 Beiträge) | 31.01.2012 11:37
    Eingleisig
    wär konzeptionell schwierig, würd ich sagen.
  • (2673 Beiträge) | 31.01.2012 09:06
    Geld ist nicht mehr da
    Aber Straßenbahnen haben wir schon.

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