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25.07.2012 14:52
 
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Sensible Vater-Sohn-Story am Jakobsweg [0]

Auf den Spuren von Hape Kerkeling: Martin Sheen auf dem Jacobsweg. Foto: Koch Media Home Entertainment

Von Britta Schmeis, dpa - Auf dem Jakobsweg zu sich finden - das taten schon Hape Kerkeling und andere. Nun begibt sich auch Hollywoodschauspieler Martin Sheen in dem Film «Dein Weg» auf diese Pilgerreise.
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Hamburg (dpa) - Spätestens seit Hape Kerkelings Megaseller «Ich bin dann mal weg» weiß wohl jeder um die Strapazen und die Erfüllung, die der Jakobsweg mit sich bringt. Auch «Dein Weg» erzählt von solch einer Pilgerreise und schickt Hollywoodschauspieler Martin Sheen auf die Suche nach sich und seinem Sohn. Dabei vereint der Film tatsächlich Vater und Sohn: Regie führte Emilio Estevez, der Sohn von Martin Sheen.

Der Name Estevez lässt nicht unbedingt auf ein Verwandtschaftsverhältnis zu dem Schauspieler Martin Sheen schließen. Denn im Gegensatz zu seinem berühmteren Bruder, dem ehemaligen «Two and a Half Men»-Darsteller Charlie Sheen, hat Estevez nicht den Künstlernamen seines Vaters angenommen. In seinem Film «Dein Weg» besinnt er sich nun aber zusammen mit seinem Vater auf seine spanischen Wurzeln und wählt dafür den Archetyp der Selbsterfahrung: den Jakobsweg nach Santiago de Compostela.

Tom Avery (Martin Sheen, «Apocalypse Now») hat sich als erfolgreicher Augenarzt in Kalifornien bestens in seiner Praxis und auf dem Golfplatz eingerichtet. Sein erwachsener Sohn Daniel (Emilio Estevez) ist ihm mit seinem vermeintlich ziellosen Leben fremd. Später wird er einmal über ihn sagen: «Er war klug, selbstbewusst, stur. Er hat mich ziemlich genervt.»

Doch dann erfährt er, dass Daniel am ersten Tag seiner Pilgerwanderung auf dem Jakobsweg tödlich verunglückt ist. Tom reist in die Pyrenäen, um die Asche seines Sohnes zu holen und entschließt sich kurzerhand, den Weg für seinen Sohn zu gehen, auf der Suche nach einem Leben und einem Menschen, die er nie verstanden hat. Eine Vater-Sohn-Geschichte also.

In Rückblenden und später in imaginären Begegnungen taucht Daniel immer wieder auf. Mal sitzt er am Wegesrand und betrachtet seinen Vater, mal mischt er sich unter die anderen Pilger an einem Tisch. Das mag kitschig klingen, ist es zum Teil auch. Und doch widersteht Estevez, der gleich als Autor, Produzent, Regisseur und Schauspieler agiert, allzu großen Pathos, was angesichts der erhabenen Naturkulisse und des Sujets an sich gar nicht einfach ist.

Doch natürlich stellt Estevez seinem Protagonisten ausreichend schräge Begleiter zur Seite und garniert die Geschichte mit unterhaltsamen Anekdoten und trockenem Humor: Da ist der übergewichtige Holländer Jost, der während der Pilgerung kräftig abnehmen will und dann doch bei jeder Gelegenheit isst. Der Ire Jack leidet seit Jahren an einer Schreibblockade und die Kanadierin Sarah hält die Menschen auf Abstand und sucht doch Toms Nähe.

All das ist nicht frei von Klischees, noch dazu untermalt Estevez seinen Film mit eingängigen Pop-Hits. Und doch gelingt es ihm nicht nur, die Faszination des Jakobswegs einzufangen. Er schafft auch eine fast meditative, angenehm melancholische Stimmung - und das über mehr als 120 Minuten.

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