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14.05.2012 11:06
 
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Flüchtlingsdrama «Die Farbe des Ozeans» [0]

Nathalie (Sabine Timoteo) und Paul ( Friedrich Mücke) im «Ferienparadies». Foto: Pere Pueyo/ Movienetfilm

Berlin Von Elke Vogel, dpa - Es ist eine absurde Situation: Urlauber aalen sich am Strand in der spanischen Sonne. Da strandet ein Boot mit völlig entkräfteten afrikanischen Flüchtlingen. «Ich muss helfen», ist im Filmdrama «Die Farbe des Ozeans» der erste Reflex der deutschen Touristin Nathalie (Sabine Timoteo).
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Aber wie? Sie kauft erstmal Wasser für den senegalesischen Flüchtling Zola und seinen kleinen Sohn Mamadou. Dann rückt schon die spanische Polizei an und schickt Nathalie weg. Doch das Schicksal von Vater und Sohn lässt sie nicht los.

Die deutsche Regisseurin Maggie Peren («Stellungswechsel») blickt in ihrer dramaturgisch dichten, ohne jedes Pathos erzählten Geschichte auf das Drama, das sich regelmäßig an den europäischen Küsten abspielt. Geschickt verkreuzt Peren die Schicksale ihrer Protagonisten. Nicht nur durch die Augen von Nathalie und Zola sieht der Zuschauer das Geschehen. Da ist auch der Spanier José, der als Polizist auf den Kanarischen Inseln darüber entscheiden muss, ob die Flüchtlinge bleiben dürfen oder abgeschoben werden.

Perens nüchterner Blick auf die Geschehnisse, ihre fast spröde Erzählweise und die ruhige Kameraführung ermöglichen es dem Zuschauer, das stark emotional besetzte Thema auf neue Art zu betrachten. Die Regisseurin tritt sozusagen einen Schritt zurück und macht auch schnell klar, dass es einfache und schnelle Lösungen des Flüchtlingsproblems nicht geben wird.

Gegen den Willen ihres Mannes hilft Nathalie Zola und Mamadou, aus dem Internierungslager der Spanier zu flüchten. Auch ein bereits im Land lebender Afrikaner will Vater und Sohn helfen. Doch die Beiden tappen in eine Falle und geraten in die Gewalt brutaler Menschenschmuggler.

Die Schweizer Schauspielerin Sabine Timoteo spielt Nathalie auf eine zurückhaltende, bezwingende Art. Sie leiht dem Kinozuschauer sozusagen ihren Blick, ihre Gefühle und zwingt ihn, sich zu positionieren. Doch auch aus Sicht des zunächst sehr abweisenden, frustriert-ruppigen Polizisten und der um die nackte Existenz kämpfenden Flüchtlinge wird die Geschichte nachvollziehbar erzählt. «Die Farbe des Ozeans» ist ein politischer Film mit großer menschlicher Dimension.

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