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25.07.2012 14:52
 
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Eddie Murphy zum Schweigen verdonnert [0]

Eddie Murphy muss mit seinen Worten sparsam umgehen. Foto: Bruce Mcbroom/DreamWorks Pictures/Paramount

Stuttgart Von Marco Krefting, dpa - Einem Komiker das Sprechen zu verbieten, kann nach hinten losgehen. US-Schauspieler Eddie Murphy (51) zum Beispiel sagt von sich selbst, er brauche die Sprache, um witzig zu sein. Wenn ihm ein Film per Titel dann nur «Noch Tausend Worte» genehmigt, wird's eng. Auch wenn es nur 90 Minuten dauert.
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Als Literaturagent Jack McCall quasselt Murphy jeden an die Wand. Seine Ehefrau, seine Kollegen, seinen Therapeuten. Er wirft mit gut klingenden, aber bedeutungslosen Phrasen um sich, jongliert mit Worthülsen und lässt sich selbst dabei kaum Zeit zum Atmen.

Krasser Kontrast dazu ist der Guru Dr. Sinja (Cliff Curtis, «Colombiana»), der nicht nur beim Sprechtempo im Vergleich zum Vermarkter McCall auf die Bremse tritt - nach dem Motto «In der Ruhe liegt die Kraft». Im weißen Gewand schreitet er durch eine kitschige Anlage, in der seine spirituellen Jünger meditieren. Als McCall Sinjas Werk zum Bestseller machen will, entlarvt der Guru den egozentrischen PR-Mann als uninformierten Schwätzer. Und verflucht ihn.

In dessen Garten steht plötzlich ein Baum, der mit jedem Wort McCalls ein Blatt verliert. Die Vision: Mit dem letzten, dem tausendsten Blatt endet auch McCalls Leben - wenn er den Fluch nicht abwenden kann. Als wäre es für die Zuschauer nicht offensichtlich genug, erklärt es Sinja auch noch mal für alle. Es folgt ein panischer McCall, der alles tut, um möglichst wenig zu sagen: «Reden macht mich krank.»

Natürlich muss genau jetzt McCalls Frau (Kerry Washington) eine Debatte über ihre Ehe anzetteln und diese im knappen Lack-Outfit mit Handschellen auf einem Hotelzimmer wiederbeleben wollen. Natürlich nutzt McCalls babyspeckiger und tapsiger Assistent seine Gunst der Stunde und tobt sich in Kundengesprächen aus. Die Mischung aus nackter Haut, peinlichen Eskapaden und pseudo-komischen Momenten wirkt dabei allerdings eher anstrengend-erzwungen als wirklich witzig.

Kein Wunder, dass der Film in den USA floppte. Im Internet hält sich zudem konsequent das Gerücht, der Film «Noch Tausend Worte» sei schon 2008 abgedreht worden und dann für Jahre im Giftschrank gelandet. Eine Sprecherin des deutschen Filmverleihs Paramount Pictures sagt dazu nur: «Davon ist uns nichts bekannt.»

Gut, Murphy zieht aus der Not heraus in Sachen Grimassenschneiden mit Jim Carrey gleich. Wenn er Telefongespräche mit Hilfe sprechender Spielfiguren führt, ist das nett anzusehen. Aber auf Dauer wirkt es zäh, als hätten sich Drehbuchautor Steve Koren und Regisseur Brian Robbins («Smallville») am Ende von Gag zu Gag hangeln müssen.

Mit seinem esoterischen Touch wirkt der Film mal ernst, prügelt dem Publikum die alte Redensart «Reden ist Silber, Schweigen ist Gold» ein. Es scheint, als solle eine - banale - Lebensweisheit mitgenommen werden: Kommuniziert besser auf ehrliche Weise. Dann wieder versucht «Noch Tausend Worte» komisch zu sein. In der Summe funktioniert so aber keine von beiden Ideen richtig.

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