Die Komödie «Der Vorname»
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Paris Von Sabine Glaubitz, dpa - Streit um Vornamen: Wer kennt das nicht. Doch in der herrlich frischen französischen Komödie «Der Vorname» eskaliert die Diskussion um den Namen des neuen Erdenbürgers. Dabei fällt so manche Maske.
Klare Sache, der Sohn wird Adolphe heißen, Adolphe mit «phe» und nicht mit «f». Doch der feine Unterschied interessiert an diesem Abend niemand mehr. Der Vorname löst Entrüstung aus. Das gemütliche Abendessen im Kreis der Familie eskaliert immer mehr. Die Diskussion darum, ob man sein Kind nach Hitler benennen darf oder nicht, wird zum verbalen Schlagabtausch. Schmutzige Wäsche wird gewaschen und Dinge gesagt, die man besser für sich behalten hätte. «Der Vorname» ist eine herrlich frische Gesellschaftskomödie nach einem erfolgreichen Bühnenstück, in dem der französische Popsänger Patrick Bruel den angehenden Vater spielt.
«Zuerst haben uns die Deutschen Elsass und Lothringen weggenommen und nun auch noch unsere Vornamen», scherzt Vincent (Bruel). Zu spät. Den Anwesenden ist das Lachen vergangen. Man nennt sein Kind nicht nach dem Mann, der für eines der dunkelsten Kapitel der Geschichte des 20. Jahrhunderts verantwortlich ist, auch nicht dann, wenn man den Namen in Frankreich mit «phe» schreibt. Das höre sich ausgesprochen beides gleich an. Man wusste nicht, dass man in der Familie einen Nazi habe, heißt es scharf. Aus dem eigentlich gemütlichen Abend mit marokkanischen Leckereien und auserlesenem Wein beginnt, eskaliert in Bloßstellungen, falschen Verdächtigungen und unangenehmen Wahrheiten.
Die Komödie des französischen Filemacher-Tandems Alexandre de la Patellière und Matthieu Delaporte ist ein Kammerspiel, das an Roman Polanskis «Der Gott des Gemetzels» erinnert. Nur, dass die Geschichte hier in keine emotionale Metzelei ausbricht. Die Regisseure halten bei dem Kampf gekonnt das Gleichgewicht: nach tiefen Schlägen folgen immer wieder geistreiche und humorvolle Rückzieher.
Delaporte und de la Patellière adaptierten das von ihnen geschriebene Erfolgs-Bühnenstück für das Kino - was in Frankreich die Kassen klingeln ließ. Nicht nur, weil zwei französische Stars mitspielen: Popsänger Bruel in der Rolle des selbstsicheren, ironischen Immobilienhais und Charles Berling als sein intellektueller Schwager. Die Geschichte bringt so manche Lebenslüge und charmantes Geheimnis an den Tag und sorgt für herzhafte Lachsalven. Ein herrlicher Kinospaß mit viel Explosionspotenzial.





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