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Karlsruhe Beo-Netzwerk unterstützt Jugendliche bei der Berufsfindung

Die Ausbildungsstellen in der Region übersteigen dieses Jahr die Bewerberzahlen. Nur knapp 20 Prozent der Hauptschulabsolventen beginnen laut Angaben der Agentur für Arbeit Karlsruhe eine Ausbildung, knapp ein Drittel entscheiden sich nach der Realschule für einen Beruf. Mit Workshops und Projekten will das regionale Netzwerk zur vertieften Berufsorientierung - kurz "Beo" - die Jugendlichen beim Einstieg in die Arbeitswelt unterstützen.

Ziel des Projekts ist es, die Ausbildungsreife der Schulabgänger zu verbessern und zusätzlich durch praktische Einblicke in verschiedene Berufszweige den Übergang von der Schule in den Beruf zu erleichtern, erläutert Gabi Matusik vom Stadtjugendausschuss (Stja). Der Stja trägt das Projekt seit 2007 zusammen mit dem Landkreis Karlsruhe im Auftrag der Arbeitsagentur Karlsruhe. Über 60 Schulen und Jugendeinrichtungen im Stadt- und Landkreis Karlsruhe nehmen daran teil.

In Workshops werden Jugendliche auf Vorstellungsgespräche vorbereitet

Gegliedert wird das Beo-Netzwerk dabei in zwei Bausteine. Zum einen werden den Schülern in Workshops Team- und Sozialkompetenzen vermittelt. "Rückmeldungen von kooperierenden Betrieben haben gezeigt, dass die Jugendlichen zwar gute Notendurchschnitte mitbringen, dafür aber Defizite in der Sozialkompetenz vorweisen", so Matusik. Gezielt wird dies etwa durch Bewerbertraining und Kommunikationsübungen in den Klassen geschult. Insgesamt nahmen in diesem Schuljahr 2.600 Schüler von 50 Schulen teil.

Im zweiten Baustein ermöglichen Betriebe den Jugendlichen, ihre eigenen Fähigkeiten bei praktischen Projekten zu erproben und dabei realistische Einblicke in den Berufsalltag zu gewinnen. Diese finden außerhalb der Schule nachmittags oder am Wochenende statt. "Angeleitet werden sie dabei von den Auszubildenden, die ihnen auf Augenhöhe von ihrem Alltag erzählen und sie bei der Arbeit anleiten", ergänzt Klaus Pistorius, Geschäftsführer des Stadtjugendauschuss. Die Schüler konnten dieses Jahr in über 50 unterschiedliche Berufsfelder bei 66 Betrieben und Einrichtungen "hineinschnuppern".

Wer sich früh in einem Betrieb bewährt, hat große Chance auf Ausbildungsplatz

Dass es über das Schnuppern durchaus hinaus gehen kann, bestätigt Sozialderzenent Peter Kappes. "Wer sich schon früh in einem Betrieb bewährt, eröffnet sich die Perspektive auf einen Ausbildungsplatz."

Aber auch sonst stehen die Chancen für eine Lehrstelle für Schulabgänger gut. "Dieses Jahr sind wesentlich mehr Stellen gemeldet als Bewerber", bestätigt Gerhard Volz, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Karlsruhe. Insgesamt fördert die Agentur das Projekt jährlich mit 700.000 Euro. Ab 2013 zieht sich die Arbeitsagentur jedoch zurück. Dann sind die Kommunen bei der Finanzierung gefragt.

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