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Weiter Eiszeit bei Löw - Wieder Duell gegen Berti [0]

Warschau (dpa) - Das Vertrauensverhältnis bleibt schwer gestört, Joachim Löw sieht sich ab sofort nur noch als Leiter des WM-Projekts in Südafrika. Der Bundestrainer will von der Fortsetzung seiner Nationalmannschafts-Mission über den Sommer hinaus erst einmal nichts mehr wissen.

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Joachim Löw (r) unterhält sich 2008 in Frankfurt mit Teammanger Oliver Bierhoff.
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Ob er bei der am 3. September beginnenden Qualifikation, in der Deutschland auf die Türkei, Österreich, Belgien, das von Bernd Storck betreute Team aus Kasachstan und Berti Vogts' Aserbaidschaner trifft, noch auf der DFB- Bank sitzt, ließ Löw völlig offen: «Das wird man sehen. Ich mache mir darüber jetzt keine Gedanken», sagte der 50-Jährige. Zuvor hatte DFB-Präsident Theo Zwanziger erklärt, der amtierende Bundestrainer sei weiter sein Kandidat Nummer 1 auch für die Zeit nach dem WM-Turnier.

Nur noch «einen Tag» will sich Löw nach der Auslosung in Warschau mit den durchaus unangenehmen Gruppengegnern und den teilweise komplizierten EM-Reisen beschäftigen, wenn die Mannschaftsvertreter am 18./19. Februar zwecks Terminabsprache nach Frankfurt kommen. Gegen Österreich und die Türkei hatte sich das Löw-Team zuletzt bei der EURO 2008 behauptet. Gegen das von Vogts betreute Aserbaidschan setzte sich die DFB-Elf in der Ausscheidung für die WM in Südafrika 2:0 und 4:0 durch. Kasachstan war noch nie deutscher Gegner.

Der geplatzte Vertragspoker und Vorwürfe der DFB-Spitze haben bei Löw und Manager Oliver Bierhoff vier Monate vor WM-Beginn tiefe Spuren hinterlassen. «Was mich persönlich irritiert, ist, dass manche Dinge an die Öffentlichkeit gekommen sind, die intern am Tisch besprochen wurden. Ich fühlte mich wie vor den Kopf gestoßen», sagte der Bundestrainer der Deutschen Presse-Agentur dpa. Bierhoff wurde von DFB-Oberen wie Franz Beckenbauer einmal mehr als Buhmann dargestellt. «Viele Dinge werden durcheinandergeworfen», wehrte sich der Manager. Löw sah sich sogar in die Ecke des habgierigen Anführers gedrängt, was den Freiburger schwer verletzte. «Wer uns kennt, der weiß, dass wir keine Macht- oder Geldgier haben, es geht uns um andere Dinge wie die Entwicklung der Mannschaft», betonte Löw.

Nach den jüngsten Zerwürfnissen ist es aber durchaus vorstellbar, dass er nach der WM das Gesicht eines anderen Teams bestimmt. Deutschlands EM-Gruppengegner Türkei sucht derzeit einen Chefcoach, Löw wurde bereits als Kandidat gehandelt. Eine Anfrage des türkischen Verbandes aber «gibt es nicht», berichtete der DFB-Chefcoach in Warschau. Zwanziger hatte sich den Bundestrainer vor dem Abflug ins kalte Warschau zur Brust genommen, nachdem er ihn zuvor weiter zu seinem «ersten Ansprechpartner» für die Zeit nach Südafrika erklärt hatte. Allerdings blockte Löw nach vielen «Irritationen und Interpretationen» ab: «Das muss man mal sehen, ob wir dann noch gefragt werden und ob wir auch zu Gesprächen bereit sind.»

Zwar wollten die Hauptdarsteller des DFB-Wintertheaters, Löw und Zwanziger, von einer Gefahr für die WM-Mission noch nichts wissen. «Die WM ist jetzt das Allerwichtigste. Und ich kann damit hervorragend leben», sagte Löw in Warschau. Doch unberührt wird die Vorbereitung trotz aller Beteuerungen nicht bleiben. «Ich habe vor dem Präsidium darauf hingewiesen, dass uns dieses Thema bis zur WM und auch beim Turnier begleiten wird. Das ist ein Risiko, das natürlich besteht», räumte zumindest Bierhoff ein. Ex-Bundestrainer und EM-Gruppengegner Vogts riet seinen ehemaligen Kollegen dringend, «das Thema zu beenden - heute schon».

Teammanager Bierhoff, den Löw zu seinem Verhandlungsführer gemacht hatte, steht bei den DFB-Chefs und Deutschlands Fußball-Prominenz von Beckenbauer bis Oliver Kahn besonders in der Kritik. «Das ist ganz legitim. Es ist unser Recht, die eine oder andere Forderung zu stellen», verteidigte Löw die Vorstöße von Bierhoff und ließ keinen Zweifel, dass er und Bierhoff sich nicht auseinanderdividieren lassen. Für Löw gilt weiter, dass es eine - wenn auch nun weit entfernte - Verlängerung nur im Paket mit dem Manager gibt. «Selbstverständlich. Oliver gehört zu unserem Team», betonte er.

In einem sehr «kurzen» Gespräch zwischen Zwanziger und Löw, das nicht einmal den Hauch einer Annäherung brachte, ging es vor allem darum, die Debatten um den viel beschriebenen «Handschlag-Vertrag» vom vergangenen Dezember zu entschärfen. Er habe «auch gespürt, dass meine Stellungnahme vom Freitag bei Dr. Zwanziger große Irritationen ausgelöst hat, weil dadurch in der Öffentlichkeit die Diskussion aufgekommen ist, er habe Unwahrheiten verbreitet oder sei daran beteiligt gewesen. Dies war von mir zu keinem Zeitpunkt beabsichtigt», erklärte Löw. Es habe wohl unterschiedliche Interpretationen des ersten Vertrags-Gesprächs gegeben - nur eins von vielen Missverständnissen.

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