Viele WM-Favoriten bei Tests außer Form
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Hannover Von Carsten Lappe, dpa - Viel Qual, wenig Glanz - knapp 100 Tage vor der Fußball-WM wartet auf die Favoriten und die deutschen Gruppen-Gegner noch viel Arbeit. Lediglich Serbien dürfte Bundestrainer Joachim Löw nach dem souveränen 3:0 in Algerien Kopfzerbrechen bereiten.
Von den großen Teams sind dagegen sowohl Titelverteidiger Italien (0:0 gegen Kamerun) als auch England (3:1 gegen Ägypten) und die Niederlande (2:1 gegen die USA) nach ihren mühevollen Testspiel-Siegen weit von einer Titelform entfernt. Auch die deutschen Trainer Ottmar Hitzfeld und Otto Rehhagel erlebten mit der Schweiz (1:3 gegen Uruguay) und Griechenland (0:2 gegen Senegal) empfindliche Rückschläge. Lediglich Europameister Spanien spielte beim 2:0 in Frankreich bereits in WM- Form und ist aktuell der große Favorit auf den Titel in Südafrika.
Besonders groß war die Enttäuschung für Hitzfelds Schweizer, die gegen Uruguay arg schwach spielten. «Klatsche für Nati», titelte das Schweizer Boulevard-Blatt «Blick» nach der Pleite. «Heute haben wir gesehen, wie stark Chile und Honduras bei der WM sein werden», sagte Hitzfeld zum missratenen Test, der die WM-Spiele gegen die lateinamerikanischen Länder imitieren sollte. Griechen-Coach Rehhagel bekannte, noch «einen Haufen Arbeit zu tun» zu haben, um bei der Weltmeisterschaft in der starken Gruppe gegen Argentinien, Nigeria und Südkorea, das die Elfenbeinküste 2:0 bezwang, nicht unterzugehen.
Bei Deutschlands Gruppen-Gegner Serbien überzeugten die Bundesliga-Profis Zdravko Kuzmanovic (Stuttgart) und Zoran Tosic (Köln) als Torschützen. Nach holprigem Beginn schossen sie mit dem Ex-Herthaner Marko Pantelic den souveränen Sieg in Algerien heraus. Vor Ghana und Australien muss das DFB-Team jedoch wohl keine Angst haben. Die Schwarzafrikaner enttäuschten beim 1:2 in Bosnien. Auch Australien kam nicht über ein 1:0 gegen Fußball-Zwerg Indonesien im abschließenden Qualifikationsspiel zur Asienmeisterschaft hinaus und offenbarte vor allem Schwächen im Abschluss.
Der ewige Mitfavorit Niederlande gewann zwar knapp gegen die USA, ist derzeit aber weit vom gewohnten Oranje-Spielwitz entfernt. «In der Schlussphase war Oranjes Spiel nah an einem bedenklichen Niveau», schrieb die Sportzeitung «Voetbal International». US-Coach Bob Bradley, Vater vom Gladbacher Michael Bradley, war zufrieden: «Das war ein zweifellos guter Test von uns.» Kapitän Carlos Bocanegra gelang das erste US-Tor überhaupt gegen die Niederländer.
Weltmeister-Coach Marcello Lippi musste trotz des uninspirierten Gekickes Italiens gegen Kamerun nur wenig Kritik einstecken. «Das war ein sehr nützlicher Test», verkündete Lippi, der einigen jungen Spielern eine Chance gab. Sein Landsmann Fabio Capello gewann mit England immerhin gegen Ägypten, doch die «Sun» bescheinigte dem Weltmeister von 1966 einen noch «sehr langen Weg», wenn man wirklich den Titel holen wolle. Erst Einwechselspieler Peter Crouch sorgte mit zwei Toren für die Wende gegen den nicht für die WM qualifizierten Afrikameister, der lange durch Dortmunds Mohamed Zidan geführt hatte.
Europameister Spanien verbreitet dagegen gut drei Monate vor dem WM-Beginn bei den Kontrahenten Angst und Schrecken. «Spanien spielt Fußball wie von einem anderen Planeten», bekannte Frankreichs Thierry Henry nach der Lehrstunde gegen die Iberer, die erstmals nach 42 Jahren beim Nachbarn gewannen.




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