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24.05.2012 11:20
 
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Per Mertesacker im ka-news-Interview: "Wir können Spanien schlagen" [5]

"Ich hoffe, dass ich fit werde", sagt Mertesacker.
Bild:(Archiv/ka-news)

Karlsruhe/Tourettes (pp) - Er ist der Chef. Was Per Mertesacker sagt - das ist Gesetz für die Abwehr der deutschen Nationalelf. Daher wurde der fast zwei Meter große Hüne auch so schmerzlich vermisst, als ihn eine Knöcheloperation außer Gefecht setzte. Mertesacker, der beim englischen Topclub FC Arsenal spielt, steht für Souveränität, Sicherheit und Stabilität im Abwehrzentrum. Auch außerhalb des Spielfeldes hat der Ex-Bremer - aufgrund seiner Intelligenz und Offenheit - eine Führungsposition. Mit Mertesacker sprach für ka-news Peter Putzing.
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Ganz Fußball-Deutschland fragt: Wie geht es Ihnen? Wann werden wir Sie wieder auf dem Platz sehen?
(lacht) Mir geht's gut, bis darauf, dass ich etwas gehandicapt war und den einen Fuß nicht so richtig aufsetzen kann. Aber persönlich ging's mir sonst immer gut…

… und wann werden Sie wieder als Fußballer ins Geschehen eingreifen?
So schnell wie möglich. Eine genaue Prognose ist da immer schwierig. Ich beteilige mich nicht an Spekulationen, es geht kontinuierlich aufwärts und ich warte darauf, bis mir mein Körper und die Ärzte das Okay geben. Ich höre auf die Leute, die sich damit auskennen und lasse mich nicht durch irgendwelche Spekulationen aus der Ruhe bringen. Es geht stetig bergauf und ich fühle mich gut. Ich denke es geht schnell, bis ich wieder auf dem Platz bin.

Wenn man in England spielt, die Familie und die Freunde selten sieht, wäre man da nicht lieber nach der Saison auf Urlaub in Hannover, Bremen oder Pattensen bei der Familie - anstatt durch Polen und die Ukraine zu tingeln?
Nein. Die zehn bis 15 Jahre als Fußballprofi will ich mich allen möglichen Herausforderungen stellen und es nutzen, wenn ich an so einem Turnier teilnehmen kann. Eine EM ist sehr wertvoll. Der Erfahrungsschatz, den man macht, wird wieder größer. Da könnte ich nie und nimmer nein sagen - da will ich unbedingt dabei sein. Für anderes bleibt nach der Karriere noch genügend Zeit. Da gönne ich mir sicher oft genug die Ruhe im heimischen Pattensen  - aber im Moment noch nicht.

Vier große Turniere liegen hinter Ihnen. Welche Erfahrungen nehmen Sie aus den vergangenen Welt- und Europameisterschaften für die anstehende EM in Polen und der Ukraine mit?
Ich bin sicher gelassener als 2006 - vor meinem ersten großen Turnier. Da war ich ziemlich unerfahren, ja richtig grün, kannte das Geschäft noch nicht so. Trotzdem ich kam damals schon gut mit der Situation zu recht. Aber jetzt kenne ich den medialen Background besser, sogar aus dem Effeff. Mich kann nichts mehr schocken….

… warten Sie ab, wie es hier weitergeht, welche Fragen da noch kommen!
Okay. Aber dem sehe ich gelassen entgegen. Ich weiß schon worauf es ankommt und ich konzertiere mich auf das Wesentliche: Den Fußball. Ich möchte mit der Nationalmannschaft zu einem finalen Schlag ansetzen.

Sie waren verletzt. Schweinsteiger, Klose und Podolski fielen auch etliche Wochen aus. Könnte das am Ende bei der Euro sogar ein Vorteil sein, denn - Fitness vorausgesetzt - sind sie drei nicht ausgelaugt von vielen Spielen, sondern voller Kraft und Energie?
Ich hoffe, dass wir alle richtig und rechtzeitig fit werden. Davon gehe ich aber aus. Wir brauchen auf alle Fälle bei der Euro unsere volle Kraft. Wir haben eine sehr gut besetzte Gruppe in der wir von Anfang an hellwach sein müssen -  und eben topfit, um Topleistungen abrufen zu können. Man kann diese Verletzung negativ und skeptisch sehen -  oder darin etwas Positives finden. Ich habe mich trotz der Verletzung nicht ausgeruht, ich habe immer versucht das Beste aus dieser Situation zu machen.

Bundestrainer Joachim Löw unterstützt es, dass Spieler ins Ausland wechseln, weil Sie sich dadurch weiterentwickeln würden und zudem etliches lernten. Was haben Sie in England gelernt? Auch im Hinblick auf die EM?
Ich habe viel gelernt. Zum einen natürlich die Sprache, dann den englischen Fußball, der sich doch vom Deutschen unterscheidet. Ich habe aus der Bundesliga viel Erfahrung mitgenommen und ich kenne einiges im Fußballgeschäft richtig gut. Aber da stimme ich mit Joachim Löw überein: Es ist immer eine Herausforderung ins Ausland zu gehen, bei mir hat es sich so ergeben, dass mich ein toller Club wie Arsenal haben wollte. Ich konnte nicht widerstehen und musste zugreifen. Die englische Liga hat eine etwas andere Kultur. Die Fans hier geben alles für einen Verein. Da möchte man als Spieler natürlich vorangehen -  und gute Leistungen zeigen.

Hat die Premier League das Abwehrspiel von Per Mertesacker verändert?
Ja, es ist hier körperlicher und es gibt ein paar Spieler, die schneller sind als viele in der Bundesliga. Die englische Liga hat wie die Bundesliga ihre Feinheiten, das habe ich am Anfang selbst erleben müssen, denn ich musste sofort funktionieren, hatte keine Eingewöhnungszeit. Dass das ein paar Schwierigkeiten mit sich brachte,  war allen klar. Aber kurz bevor ich mich verletzte, hatte ich mich gut angepasst. Ich wusste, dass es körperlicher ist, dass man Situationen etwas anders einschätzen muss -  aber grundsätzlich bleibe ich meinem Typ treu, versuche meine Stärke einzubringen.

Verlangt Trainer Arsene Wenger etwas anderes von Ihnen wie Joachim Löw oder Thomas Schaaf?
Alle verlangen das gleiche: Erfolg! Das eint alle. Aber sicher hat jeder seine eigene Philosophie, seine eigenen Trainingsinhalte. Von Arsene Wenger gibt einen grandiosen Input. Er will jeden immer weiterbringen. Ich bin stolz, bei einem solch einem Trainer arbeiten zu dürfen.

War die Euro schon Thema mit Teamkollegen von Arsenal?
Natürlich. Wenn man zum Beispiel Teamkollege von Robbie van Persie ist, dann muss das zwangsläufig ein Thema sein. Da wird gewitzelt und gescherzt. Und wir beide freuen uns, dass wir uns im Sommer bei Euro wiedersehen. Das ist der Tenor.

Mit Lukas Podolski wechselt der nächste deutsche Spieler zum FC Arsenal. Freuen Sie darauf? Und haben Sie Lukas Podolski entscheidende Tipps gegeben, um ihn den FC Arsenal schmackhaft zu machen?
Ich habe ihm gesagt, wie gut mir der englische Fußball gefällt und wie gut er mir tut. Zudem, dass Arsenal eine Herausforderung ist. Ich habe ihm einfach die Wahrheit erzählt, wie phantastisch es dort ist. Ich habe automatisch Werbung gemacht, weil es mir dort so gut gefällt.

Sie sagten es vorhin: In der Gruppe mit Portugal, Niederlande, Dänemark muss man von der ersten Sekunde an hellwach sein. Das ist eine Hammergruppe. Ist es von Vorteil, schon in der Vorrunde auf sehr starke Gegner zu treffen, weil man sofort hundert Prozent geben muss? Oder hat man die Gefahr des Ausscheidens im Hinterkopf?
Ich gehe in so ein Turnier positiv, denke nicht an das Ausscheiden. Zudem gibt es in Deutschland eine Erwartungshaltung, der wir gerecht werden müssen. Es ist uns klar, dass wir heftige Kaliber in der Gruppe haben und uns von Anfang an konzentrieren müssen. Es ist uns auch klar, dass wir sofort unsere Stärken ausspielen müssen.

In Sachen Titel redet alles von Spanien. Besteht da nicht für Deutschland -  und damit auch für Per Mertesacker - die Gefahr, die anderen Aufgaben zu unterschätzen? An Spanien und nicht an Dänemark zu denken?
Nein. Obwohl ich weiß, dass die Spanier eine starke Mannschaft haben -  an die habe ich noch nie gedacht. Ich lege immer den Fokus auf unsere Mannschaft. Wichtig wird die Vorbereitung. Ich denke daran, woran es noch zu feilen gilt. Eine lange Vorbereitung tut uns sehr gut. Die entscheidende Frage ist: wie können wir uns auf höchstes Niveau bringen. Das zählt. Wenn du an andere Mannschaften denkst, dann hast du eh keine Chance.

Spanien ist der Top-Favorit. Hat Jogi Löw schon einen Masterplan in der Tasche, wie man diesmal die Spanier schlagen kann, wenn es erneut zu einem Aufeinandertreffen kommt?
Davon gehe ich aus. Wir haben viel Erfahrung mit Spanien gesammelt, haben einiges erlebt. Es gibt Rezepte gegen Spanien.

Haben Sie ein Rezept, wie kann man die überhaupt schlagen?
Die Spiele anschauen, die sie verloren haben, die Partien in denen es eng war. Vorne gut pressen ist sicher nicht schlecht. Wir müssen einen perfekten Tag haben. Bei der EM war es eng, wir hatten Möglichkeiten, die aber nicht genutzt. Das muss aber dann passieren. Aber weg vom Thema Spanien - die haben wir noch nicht vor der Brust.

Wie lautet Ihre Prognose im Hinblick auf die Euro. Holen wir den Titel?
Wir sind auf jeden Fall dazu in der Lage, ganz vorne mitzuspielen. War vertrauen auf unsere Stärken.

Aber das deutsche Team zeigte zuletzt Schwächen. Vor dem Auftritt der Nationalelf gegen Frankreich erklärte Ex-Bayer Willi Sagnol, die deutsche Abwehr sei eine Schwachstelle. Er hatte Recht. Sehen Sie das genauso? Oder fehlte einfach nur ein Per Mertesacker in der Innenverteidigung?
Dass es nicht so rund lief, lag ganz sicher nicht daran, dass ich fehlte. Wir sind gut besetzt. Auf jeder Position doppelt gut besetzt. Uns hat eine längere Vorbereitung immer gut getan, um gewisse Dinge abzustellen. Die hatten wir da nicht. Gegen Frankreich hatten die Jungs eine gemeinsame Trainingseinheit. Daher sollte man die kleinen Schwächen nicht so hoch hängen. Das war schon einmal der Fall und wir spielten danach in der Defensive richtig gut -  und das wird wieder so sein.

Wer wird denn neben Per Mertesacker der andere Innenverteidiger sein? Haben Sie einen Wunschkandidaten?
Zuerst hoffe ich, dass ich fit werde und wie gesagt: Wir sind allgemein sehr gut besetzt. Man braucht sich um die Innenverteidigung keine großen Sorgen zu machen.

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Dateiname : ka-news Fußball-EM-Planer 2012
Dateigröße : 2.47 MBytes.
Datum : 09.05.2012 14:55
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Mehr zu: Fußball "Euro 2012" Europameisterschaft "Per Mertesacker" DFB Nationalelf Nationalmannschaft "Jogi Löw" "Arsenal London"

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