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KSC: Arnold Trentl im Interview (II) [10]

Karlsruhe (pp) - Knapp eine Woche ist Arnold Trentl nun offiziell sportlicher Leiter beim KSC. Viele neue Aufgaben warten auf den 53-Jährigen.

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Arnold Trentl
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Arnold Trentl
Foto: Carolin Reisenauer

Im heutigen zweiten Teil des großen ka-news-Interviews gibt er einen ersten Einblick in seine Arbeit. Dabei kam auch die Rede auf seinen besten Freund, Ex-KSC-Trainer Ede Becker. Ob sich ihr Verhältnis geändert hat, oder ob sie noch immer gemeinsam ein Bier trinken gehen - darüber sprach Trentl mit Peter Putzing.

ka-news: Zwei Spiele hat der KSC in der Rückrunde absolviert. Es gab null Punkte und fünf Gegentore. In der Vorrunde hatte der KSC zum gleichen Zeitpunkt einen Punkt ergattert - aber Trainer Ede Becker wurde entlassen. Steht jetzt auch Markus Schupp zur Disposition?
Trentl: Nein, überhaupt nicht. Es ist wegen der Verletzungsseuche eine außergewöhnliche Situation, die der Trainer nicht verschuldet hat. Da muss man auch einmal übergreifend anschauen, welche Spieler wie viele Spiele in den letzten Jahren gemacht haben und wie oft sie verletzt waren.

ka-news: Die Verletzungsanfälligkeit ist auch ein Kriterium bei der Kaderzusammenstellung. Beim KSC sind mit Massimilian Porcello, Godfried Aduobe, Michael Mutzel, Christian Timm usw. viele Akteure unter Vertrag, die sehr verletzungsanfällig sind. Wurde dieser Aspekt ausreichend berücksichtigt?
Trentl: Das sind Fakten - das ist so. Lediglich Andreas Schäfer hat richtig viele Spiele gemacht. Zum Glück, denn auf der linken Seite haben wir keine Alternative, keinen der Druck macht. Dafür kann man Markus Schupp nicht verantwortlich machen. Und: das ist nicht unser primäres Problem. Die Verhältnismäßigkeit zwischen offensiven und defensiven Akteuren im Kader stimmt nicht.

ka-news: Lag das daran, dass man beim KSC zu spät begann, den Kader zu formen und nehmen musste was auf dem Markt war - um überhaupt Spieler zu haben?
Trentl: Das kann ich weder verneinen, noch bejahen. Man muss aber festhalten, dass die Situation nach dem Abstieg sicher nicht einfach war.

ka-news: Genug der Kritik im Rückblick. Der KSC-Kader muss verändert werden. Es müssen Abwehrspieler kommen und Außenverteidiger.
Trentl: Richtig.

ka-news: Ihre Aufgabe ist es für die neue Saison ein ausgewogeneren und erfolgreicher agierenden Kader zusammenzustellen. Gibt es konkrete Vorstellungen?
Trentl: Fakt ist: Wir haben 17 laufende Verträge. Daraus ergibt sich eine wirtschaftliche Einengung der Möglichkeiten. Vor allem vor dem Hintergrund, dass auch Toni da Silva möglicherweise in den Wildpark zurückkommt. Meine primäre Aufgabe kann im Moment nur sein, dass ich mit aller Macht versuche, dass wir unsere talentierten Spieler wie Michael Blum, Matthias Zimmermann, Patrick Dulleck, Lukas Rupp, Fabian Heinrich, Thomas Konrad, Matthias Cuntz, Thorben Stadler - um nur einige zu nennen - halten.

"Ein Zwischenjahr gibt es im Fußball nicht"

ka-news: Es fehlte bei dieser Aufzählung die talentiertesten KSC-Akteure: Die beiden U21-Nationalspieler Sebastian Langkamp und Lars Stindl, deren Verträge am Ende der Saison auslaufen.
Trentl: Bei beiden ist klar: Wir machen alles, wirklich alles, um die weiterhin an den KSC zu binden. Dieses Signal haben beide erhalten. Jetzt stehen Gespräche mit ihren Beratern an. Ich bin da optimistisch, dass wir das schaffen können.

ka-news: Im Blick auf die gerade mal zwei Spiele alte Rückrunde erklärte das Präsidium, dass diese Saison für den KSC ein "Zwischenjahr" ist. War das klug? Hat man da den Spielern jedes Ziel, jede Motivation genommen?
Trentl: Diese Aussage kommt nicht von mir. Wenn es so kommen sollte, dass wir nach unten abgesichert sind und es nach oben nicht mehr reicht, dann müssen wir die Zeit nutzen, um junge Spieler heranzuführen. Ein Zwischenjahr gibt es im Fußball nicht, man muss ein Ziel haben und Druck erzeugen…

ka-news: Und was ist denn das Ziel von Arnold Trentl?
Trentl: Auch wenn der Start alles andere als optimal war - für mich ist das Thema "Platz drei" noch nicht ganz abgeschrieben. Wir haben das Potential, um eine Serie zu starten. Das werde ich den Spielern nochmals ganz deutlich sagen. Unser Ziel muss es immer sein, oben anzuklopfen.

"Wir wollen zwei, drei Verstärkungen"

ka-news: Sie waren einst mitverantwortlich für die damaligen Toptransfers Godfried Aduobe und Bradley Carnell. Haben Sie neue Spieler in der Hinterhand?
Trentl: Ich kannte Carnell und Aduobe und wusste: Das sind auch menschlich tolle Typen. Und: Ich bot dem KSC einst auch den Brasilianer Chris für ganz, ganz wenig Geld an. Man wollte ihn nicht. Ich rief in Frankfurt an - die sagten sofort ja. Chris ging zur Eintracht und ist einer der besten Defensivspieler der ersten Liga. Zur Zukunft: Wir haben eine Liste, wir wollen zwei, drei Verstärkungen.

ka-news: Kommen wir zu Ihrem Freund Ede Becker. Der hatte Interesse am Managerjob beim KSC, hat erst im Dezember endgültig abgesagt. Gibt es Schwierigkeiten in den zwischenmenschlichen Beziehungen der Freunde Becker und Trentl? Ist das wöchentliche, gemeinsame Donnerstagsbierchen in Reichenbach vorbei?
Trentl: Es gibt keine Schwierigkeiten, wir sind weiterhin Freunde und gehen zusammen ein Bierchen trinken. Zudem: Ich habe Ede nach seiner Meinung gefragt und er sagte mir: Arnold - mach das!

ka-news: Becker ist ein absoluter Fußballfachmann. Werden Sie ihn um Rat fragen?
Trentl: Selbstverständlich, ich wäre ja verrückt, so einen erfahrenen Fußballfachmann, der mein bester Freund ist, nicht zu fragen.

ka-news: Arno Glesius erklärte: der KSC ist in drei bis fünf Jahren wieder in der ersten Liga.
Trentl: Das ist auch mein Ziel. Aber: Es ist ungleich schwerer als früher, sich dann oben zu etablieren. Dass wir es in diesem Zeitrahmen schaffen in die erste Liga zurückzukehren - davon bin auch ich überzeugt.

(Interview: Peter Putzing)


Mehr zu: KSC "Karlsruher SC" "Arnold Trentl"

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Kommentare [10]
Hinweis: Kommentare geben nicht unbedingt die Meinung von ka-news wieder.
  • unbekannt
    (869 Beiträge) | 28.01.2010 11:46
    :-)
    Auweia, der träumt wirklich noch von Platz 3 ?
    Dann darf man aber kein Heimspiel gegen Paderborn verlieren und man muss Woche für Woche sehen, dass auch was geht. Soso und kleines dickes Arno sieht uns in 3 Jahren wieder in der Bundesliga, man man man sind das Träumer und Dummschwätzer, fehlt jetzt nur noch, dass einer von den beiden sagt : in vier Jahren hätten auch wir die Möglichkeit ein CL-Finale zu bestreiten, lol grinsen
  • (324 Beiträge) | 28.01.2010 12:07
    Wir wissen jetzt
    Dass Du mit ihm nicht zufrieden bist.
    Allerdings spricht er, wenn auch moderat, einige Schwachstellen (Anzahl 6er etc.) die den von Dir offensichtlich favorisierten alten Seilschaften entgangen sind.
    Und dass er noch Rang drei moechte ist doch schoen, soll er die Runde abhaken, damit die Herren Spieler ihre Arbeit ganz einstellen? Ich glaub zwar auch nicht dran aber Ziele kann man sich doch setzen. Und dass wir die Jungen wenn irgend moeglich halten muessen ist auch korrekt.
    Also halt jetzt mal den Ball flach und lass den Mann arbeiten! Wenn es nicht klappt kannst Du ja wieder abkotzen.
  • (141 Beiträge) | 28.01.2010 12:18
    Wärst
    du nicht der erste, der schreien würde, wenn der glesius sagen würde: wir spielen die nächsten jahre im mittelfeld, der zweiten liga. Mit der Misswirtschaft im sportlichen und v.a. finanziellen Bereich wurde dem Verein eine ganz erhebliche Hypothek mit auf den Weg gegeben!
  • (1034 Beiträge) | 28.01.2010 14:53
    Bass mol uff...
    ...haben das Potential für Platz drei.....!
    Der passt sich wunderbar in die Reihe der Träumer und Selbstüberschätzer wie seine Spieler ein!

    Warum net oifach mol d`Gosch halte und lieber denne Spieler Feuer unnerm Arsch mache? Warum oifach net nur sage: Leut, wichtig isch, das mer die nächschte Spiele net verliere! Un ausserdem interessiert es doch koi Sau, ob,wann und wo der Trentl sei Bier mit dem Becker sauft!
    Glaabt der tatsächlich er motiviert den Sauhaufe mit seine Aussage von Platz drei??? Wo war A.T. denn am Sonntag? Bei de Taubezüchter?
    Mann,Mann, kennscht dich do widda uffrege! Alla guud!
  • (141 Beiträge) | 28.01.2010 12:16
    17 laufende Verträge
    Und die meisten gehören söldnern, die bereits satt sind!!
    Danke Dohmen für diesen Scherbenhaufen!
    Da ist der Herr Trentl nicht zu beneiden!
  • (38 Beiträge) | 28.01.2010 14:50
    Und um mal was positives zu sagen ...
    ... ohne gleich wieder in die Denkmuster "alte Seilschaften" und "Ultra-Supporter-Präsidium" zu verfallen. Herr Trentl hat offensichtlich Ahnung von seinem Geschäft und verdient Respekt dafür, das er sich der Herausforderung stellt. Alles weitere wird man in den nächsten Monat sehen. Viel Glück bei den schweren Aufgaben!
  • (2995 Beiträge) | 28.01.2010 15:29
    Herr Putzing
    … ist immer noch in Ede Becker verliebt.
    Nach dem »absolut guten Menschen« und dem »absolut engagierten« Ede Becker kommt nun der »absolute Fussballfachmann«.

    So absolut gegen den letzten der 2. Liga zuhause im Pokal ausgeschieden und so absolut wehrlos abgestiegen, bin ich noch nie.
  • (221 Beiträge) | 28.01.2010 15:55
    Lasset
    en doch erschtmol mache. In zweu odder drei Monat werd ma dann scho sehe, oba was kann. Erschtmol viel Erfolg, Herr Trentl! Un was de Ede ageht: do war jo a net nur Schatte, sondern a viel Licht.
    Alla, so muss es sei.
  • (1448 Beiträge) | 28.01.2010 19:41
    Klingt doch gar nicht so schlecht!
    Nur das mit der "Verletzungsseuche" hat mir zu denken gegeben. Verletzungen sind eigentlich nicht ansteckend. Ich würde mir wünschen, daß bei der Analyse der Verletzungsanfälligkeit auch neuere ganzheitliche sportmedizinische Erkenntnisse mit einfließen, wie sie in anderen Hochleistungssportarten schon gang und gäbe sind und sich langsam auch im Fußball durchsetzen: Nämlich, daß Muskeln und Sehnen leichter reißen, wenn es mit dem Gefühl nicht stimmt und der Körper deshalb unter Anspannung und Ungleichgewicht steht. Und daß die Unfallgefahr dann wächst, wenn man mit dem Kopf nicht bei der Sache ist, weiß jeder, der in diesen Tagen mal im Schnee ausgerutscht ist.

    Und bevor ich´s wieder vergesse:

    Hallo Sodbrenner,
    find isch echt goldisch, dass misch am Mondag vermischt hosch, abba isch hab fescht schaffe müsse, damit wenigschtens moi Monnschaft vorwärts kummt. Un jetz schreib isch widda so, wie du´s vun mir kennscht, net dass ma uns noch vawechselt, gell...
  • (1034 Beiträge) | 29.01.2010 09:34
    Bass mol uff...tsalagi
    ...des find ich Klasse ....und ich denke, auch Du bist Klasse!
    Du weißt einfach zu ALLEM fundiert zu Parlieren!
    Welch Fundus an Wissen... Psychologie, Management, Wirtschaftsanalyse und jetzt auch noch Sportmedizin....!
    U N G L A U B L I C H !!!! Chapeau Frau Wikipedia!

    Ich erstarre vor Ehrfurcht! Alla guud
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