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16.03.2010 15:11
 
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KSC-Akteur Timo Staffeldt: "Die Mannschaft weiß, dass sie alles investieren muss" [11]

Timo Staffeldt
Bild:www.christian-blesinger.com

Karlsruhe (pp) - Timo Staffeldt gehört zum Inventar des Karlsruher SC. Seit 14 Jahren spielt er für die Badener. Vor der laufenden Saison stand er jedoch kurz vor der Arbeitslosigkeit, war vertragslos. Nur auf Intervention von Ex-Trainer Ede Becker erhielt der Mittelfeldallrounder nochmals einen - stark leistungsbezogenen - Vertrag im Wildpark.
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Jetzt scheint der lockere, immer für einen Spruch gute Staffeldt, die nötige Ernsthaftigkeit für den Profifußball entwickelt zu haben. Staffeldt scheint zur Führungsperson gereift. Seit zwei Spieltagen gehört er zur Startelf - seither ist der KSC ohne Gegentreffer, gar ohne Punktverlust. Mit dem KSC-Dauerbrenner sprach Peter Putzing.

ka-news: Herr Staffeldt, kann man sagen: Timo Staffeldt ist der "Mann der Stunde"?
Staffeldt: Nein. Die Mannschaft ist für den Aufschwung verantwortlich.

ka-news: Aber Sie gehören seit zwei Spieltagen wieder zur Startelf - und seither gewinnt der KSC!
Staffeldt: Ich habe zu diesem Umschwung meinen Teil beigetragen und ich bin froh, dass es bei uns wieder klappt. Aber ich gewinne die Spiele nicht alleine. Nochmals: Diese Erfolge sind Teamerfolge.

ka-news: Aber mit Ihrem Auftreten in diesen zwei Spielen, mit Ihrer persönlichen Leistung sind Sie doch sicher sehr zufrieden?
Staffeldt: Ja, ich bin absolut zufrieden. Es passt im Moment alles.

ka-news: Haben Sie irgendetwas geändert in diesen Wochen, die Sie auf der Auswechselbank verbringen mussten? Sportlich oder auch privat?
Staffeldt: Ich habe mir immer sehr viele Gedanken gemacht. Was kann ich verbessern? Wo kann ich zulegen? Aber seit ein paar Wochen habe ich mir gesagt: Timo - hinterdenke dich nicht, mach einfach. Und jetzt läuft es.  

ka-news: Sie treten aber mit großem Selbstvertrauen auf. Sie scheinen die Rolle, dass sie Führungsaufgaben auf dem Platz zu übernehmen haben, gerne auszufüllen. Sie dirigieren und führen. Man sieht das am jungen Matthias Zimmermann, der sich mit Ihnen nahezu blind versteht - und ihre Anweisungen befolgt.
Staffeldt: Wenn man älter wird, übernimmt man ganz automatisch mehr Verantwortung. Wir haben eine junge Mannschaft und ich erinnere mich immer daran, dass ich als junger Spieler auch froh war, wenn mir ein "alter Hase" Tipps gab. Zudem hat mir der Trainer gesagt, dass er es sich erhofft, dass ich das mit den Routiniers Alexander Iashvili, Godfried Aduobe und Markus Miller mache. Es fehlten ja zuletzt erfahrene Spieler wie Michael Mutzel oder Marco Engelhardt. Ich soll die Jungen führen, ich versuch es.

ka-news: Bei Matthias Zimmermann klappt das richtig gut. Sie helfen einander optimal. Ist das Zufall?
Staffeldt: Wir haben die gleiche Auffassung über den Fußball, dann ist das die einfachste Sache der Welt. Er ist noch sehr, sehr jung - er hat unser volles Vertrauen, und er weiß, dass er sich auf mich verlassen.kann. Wenn Matthias in die Offensive geht dann bleibe ich, sichere ihn ab. Das hilft seinem Spiel. Er ist in einem Lernprozess – aber wir ergänzen schon jetzt gut. Er hält aber auch mir mit seiner Zweikampfstärke den Rücken frei.

ka-news: Nach der Partie gegen Augsburgs sagten Sie: Es muss erst hart auf hart kommen, dass es bei einigen "klick" macht.
Staffeldt: Es ist komisch, aber bei manchen Spielern muss etwas Negatives passieren ehe es "klick" macht…

ka-news: Bei Ihnen auch?
Staffeldt: Sagen wir so, ich kannte diese Situation bereits aus der vergangenen Saison, als es in der ersten Bundesliga immer mehr bergab ging. Ich wusste wie so ein Negativlauf enden kann, insofern war dies nicht neu für mich. Wir haben darüber mannschaftsintern lange geredet. Wir machten uns klar, dass wir viele Torchancen hatten aber zu viele auch zugelassen haben.

ka-news: Und die Spieler, die etwas brauchten ehe es "klick" machte, sind?
Staffeldt: Wir haben mannschaftsintern miteinander gesprochen, dabei bleibt es. Es ist jetzt jedem klar, dass wir gut stehen müssen und dass wir diese Effektivität, die wir zuletzt zeigten, unbedingt brauchen.

ka-news: Markus Miller sagte: Wir haben lange gesucht, jetzt haben wir endlich das System gefunden, das zu uns passt. Dieses System sieht von außen so aus, dass Timo Staffeldt bei Ballverlust sofort als dritter Sechser im Mittelfeld agiert.
Staffeldt: Das mit dem dritten Sechser sehe ich nicht ganz so. Natürlich interpretiere ich meine Position als Außenspieler nicht so offensiv wie ein Ribery, aber ich denke auch nicht nur defensiv. Markus meinte die ganze taktische Ausrichtung, dass wir einfach defensiver denken, kompakter und tiefer stehen. Wir rennen nicht mehr blind vorne drauf, sondern warten mehr ab, verschieben gut.

ka-news: Jetzt stehen noch acht Zweitligapartien bevor. Die sind doch so etwas wie eine Art Schaulaufen, denn der Klassenerhalt scheint in trockenen Tüchern.
Staffeldt: Quatsch! Es sind nach wie vor Punkte zu vergeben, die wir holen wollen. Zudem wollen wir Prämien bekommen. Man sollte mit Ernsthaftigkeit zur Sache gehen, denn die Teams hinter uns holen auch Punkte. Zudem muss sich jeder gut präsentieren, denn es laufen ein paar Verträge aus.

ka-news: Auch der Vertrag von Timo Staffeldt endet am 30. Juni 2010. Wie ist der Stand der Dinge?
Staffeldt: Es gab ein Gespräch mit dem KSC. In zwei, drei Wochen wird eine Entscheidung fallen. Aber es ist bekannt, dass ich mich auch noch nach 14 Jahren im Wildpark sehr wohl fühle.

ka-news: Nach zwei Siegen gegen Top-Clubs ist ein Erfolg beim mittelmäßigen Verein in Oberhausen fast ein Pflichtprogramm, oder?
Staffeldt: Unsinn. Natürlich sollten und vor allem wollen wir dort auf jeden Fall punkten, denn die stehen hinter uns. Aber wer meint, ein Sieg wird ein Selbstläufer, der macht einen großen Fehler. Die Mannschaft weiß, dass sie alles investieren muss um dort zu bestehen.

(Interview: Peter Putzing)

 

Mehr zu: KSC "Karlsruher SC" "Timo Staffeldt"



Kommentare [11]
Hinweis: Kommentare geben nicht unbedingt die Meinung von ka-news wieder.
  • unbekannt
    (869 Beiträge) | 16.03.2010 16:02
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    :-)
    Auch die Frage nach dem "mittelmässigen Oberhausen" grenzt an Überheblichkeit, der KSC ist momentan selbst gerade so Mittelmass, auch wenn ich das nicht gerne sage.
    Man stelle sich diese Fragen vor laufender Kamera bei SKY vor,aber irgendwie passt das alles zu unserer Provinz grinsen grinsen grinsen
  • (99 Beiträge) | 17.03.2010 08:32
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    mittelmäßig
    ich glaube das wort "mittelmäßig" wurde nur als vergleich zu augsburg und bielefeld genannt. denn wer bis jetzt noch nicht verstanden hat, dass wir nur mittelmaß sind, der hat den knall nicht gehört.
    anonsten kann man nur hoffen, dass die saison einen halbwegs versöhnlichen abschluss nimmt und die planungen für die nächste saison vorangetrieben werden.
  • (237 Beiträge) | 16.03.2010 16:03
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    Ich habs nachgerechnet:
    Sollte der KSC alle noch ausstehenden Partien gewinnen - steigen wir auf! grinsen
  • (160 Beiträge) | 16.03.2010 17:06
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    naja
    eher gesagt hätten wir die 6 Spiele zu Beginn der Rückrunde gewonnen und nicht verloren hätten wir nun 51 Punkte und wären auf 2...
  • (1205 Beiträge) | 16.03.2010 16:17
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    na dann....
    stell doch schon mal den Sekt kalt!!! Die Sponsoren werden bestimmt schlange stehen! Und das Stadion ist ja auch nur noch eine Frage der Zeit......???!!!!
  • (1758 Beiträge) | 16.03.2010 16:30
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    Staffelt
    Im letzten spiel hat er mir wirklich mal gefallen. Hoffentlich macht er endlich weiter so. Es wäre mal an der Zeit, dass er richtig Fuss fasst!
  • (2973 Beiträge) | 16.03.2010 17:56
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    Noch zwei ordentliche Spiele
    und er hat ein fettes Angebot von Hannover im Briefkasten ...
  • (2533 Beiträge) | 16.03.2010 19:36
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    Der war
    echt gut, passt wie die Faust aufs Auge zu der laufenden Stindl-Diskussion. grinsen Aber Spass bei Seite, ich hab echt Hochachtung vor dem Timo, wie der sich wieder berappelt hat nach der ungeklärten Situation letzten Sommer. Der ist eh der letzte Mohikaner aus der alten Garde unserer damaligen guten Jugendarbeit (auch wenn er Zeiten hatte, wos nicht so lief), dahin müssen wir einfach wieder kommen.
  • (1230 Beiträge) | 17.03.2010 09:40
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    Oberhausen
    wird dem KSC alles abverlangen. Das wird mindestens so happig wie Augsburg. Sollte da der Trend mal bestätigt werden, fang ich an an Besserung zu glauben. Für Staffeldt wirds Zeit, dass er mal 10 beachtenswerte Spiele in Folge macht. Wichtig ist aber auch, dass er mal eine Position über einen längeren Zeitraum behalten darf und er nicht - wegen seiner Vielseitigkeit - dauernd rochieren muss.
  • (97 Beiträge) | 17.03.2010 11:12
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    Um das
    zu erkennen haben sie aber lange gebraucht.
    Zitat:
    "Die Mannschaft weiß, dass sie alles investieren muss"

    Nach meinem Verständnis müsste das eigentlich jedem Profi von Anfang an klar sein.
    Mein Gott wenn unsereins mit so einer beschissenen Einstellung an seinen Arbeitsplatz gehen würde...ne ne ne
  • (1069 Beiträge) | 17.03.2010 14:19
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    Manche
    müssen sich wirklich an allem hochziehen. Der könnte alles sagen und du würdest es zerreissen. Klar sollte das selbstverständlich sein. Aber ich finde es gut wenn er das noch betont das die Mannschaft es weiß.er könnte ja auch sagen naja wir haben einen Aufwärtstrend das wir gewinnen ist klar. Dann würdest du sagen nicht soviel schwätzen machen. Ich will echt mal wissen ob du jeden Tag immer alles investierst in deinem Job. Oder ob du auch mal schlechtere Tage hast, wenn nicht dann Hut ab dann bist du einer von wenigeren. Klar du verdienst auch weniger. Aber dadurch die Motivation abhängig machen zu wollen wäre nicht wirklich sinnig.
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