Galerie: Greenpeace: Nationalpark-Infostand
(ps/ers) Karlsruhe - Um den Schwarzwald dauerhaft zu schützen, forderten am
Samstag im ganzen Land Greenpeace-Aktivisten die Einrichtung eines
Nationalparks. In Karlsruhe, Stuttgart, Heidelberg, Ulm und sechs weiteren Städten
geben sie Baden-Württembergern die Möglichkeit, sich für einen Nationalpark
aussprechen.
Auf einem großen Transparente können die Bürger
unterschreiben. »Mit dieser Aktion haben auch Menschen außerhalb des
Schwarzwaldes die Möglichkeit, sich für die Einrichtung eines badenwürttembergischen
Nationalparks zu engagieren«, sagt Roland Mutterer, Wald-
Ansprechpartner von Greenpeace Karlsruhe. »Ein Nationalpark ist wichtig für das
Überleben vieler Tier- und Pflanzenarten und den Klimaschutz. Deshalb hat er für das
gesamte Bundesland eine große Bedeutung.«
Greenpeace sieht im Schwarzwald ein Suchgebiet für den ersten Nationalpark Baden-
Württembergs. Auf 75 Quadratkilometern soll sich die Natur ohne
menschliche Einwirkung entwickeln. Nationalparks fördern die Artenvielfalt, da sie
ungestörte Lebens- und Rückzugsräume bieten. Wälder, die sich selbst überlassen
werden, können sich zudem auf natürliche Weise an den Klimawandel anpassen und
erlauben dadurch wichtige Rückschlüsse für eine zukunftsfähige Waldbewirtschaftung.
Die Erfahrungen aus anderen Nationalparks, wie dem Bayerischen Wald, lassen
ebenfalls wertvolle Impulse für den Tourismus und den regionalen Arbeitsmarkt
erwarten.
Baden-Württemberg steht in der Pflicht, einen Nationalpark einzurichten
Mit einem Waldanteil von knapp 40 Prozent steht Baden-Württemberg in der Pflicht
zum Schutz des deutschen Waldes. Die grün-rote Landesregierung hat im
Koalitionsvertrag erklärt, dass sie die Einrichtung eines Nationalparks anstrebt. Doch
bislang gibt es weder konkrete Maßnahmen noch ein Gesamtkonzept für den
Waldschutz, um der nationalen Biodiversitätsstrategie der Bundesregierung gerecht zu
werden. In dieser ist seit 2007 festgelegt, dass Deutschland bis 2020 den Waldschutz
verbessern und zehn Prozent seiner Wälder schützen muss. Diese Strategie wurde
2010 von allen Fraktionen des Bundestags noch einmal bestätigt.
Die Umweltschützer fordern neben der Einrichtung eines Nationalparks im
Schwarzwald, die übrigen 90 Prozent der Staatswaldflächen naturnah zu
bewirtschaften. Dabei sollen die Kriterien des Forest Stewardship Councils (FSC)
gelten, der auch unabhängige Kontrollen vorsieht.
Karlsruhe
| (4 Stimmen) |




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