Karlsruhe "Das Fest 2011": Aura im Wunderland

Nach satten Rocksounds des Karlsruher Quartetts Full Spin, war es am Sonntagabend wieder Zeit für leichte Kost. Mit den verspielten Melodien des dänischen Fräuleinwunders Aura Dione schwappte eine Welle positiver Gefühle über den Hügel und riss die wogenden Menschenmassen mit.

Es schien, als hätte sie es kaum erwarten können - gut gelaunt hüpfte das dänische Hippiemädchen auf die Hauptbühne. Einen Blumenkranz im Haar und mit großen Augen saugte sie den Anblick des bevölkerten Hügels auf und steckte mit überschäumender Fröhlichkeit und ihrem mädchenhaften Charme von der ersten Minute an.

Der Konzertbericht von Teresa Milina

Verpackt wie ein funkelndes Knallbonbon legte Dione dynamisch los: Zappelte wie ein Tanzfloh übermütig über der Bühne, ließ das Becken am Schlagzeug schmettern und zupfte bei den ruhigeren Nummern die Saiten. "This is the most beautiful view I've ever had", lachte sie immer wieder.

Nach einer schmissigen Einlage ihres Gute-Laune-Songs "I Will Love You Monday (365)", mit dem sie vor zwei Jahren den Chartthron erklomm, offenbarte Aura Dione auf der Festivalbühne ein buntes Mosaik aus gängigen Pop-Elementen, Folk-Akzenten und spacig angehauchtem Elektropop. Und was sie da an Power ausschüttete, zündete ein wahres Feuerwerk an Emotionen - vollgetankt mit skandinavischer Melancholie, unbeschwerter Lebensfreude und einem ordentlichen Spritzer "Craziness".

"What a show, what a crowd! Thank you Karlsruhe!"

Mal gab sie sich als Mädchen mit der Gitarre sehnsüchtig und nachdenklich wie im Song "Something for Nothing" und wirkte bei der Interpretation von "Class Bone Crash" genauso zerbrechlich wie auch energiegeladen. Das textsichere Publikum hat Dione spätestens voll und ganz, als ihre lässige Männer-Combo mit leisen Klängen das Intro zum "Song for Sophie" anstimmte und die Dänin immer wieder überschwänglich zur Hügel-La-Ola anstiftete. Manchmal frage sie sich selbst, warum sie eigentlich Musik mache, hauchte die Chartstürmerin zwischendurch ins Mikro. Worauf sie schließlich erkannte: "I do it all for love".

Zum Abschied gab sich das zierliche Stimmwunder mit der blendenden Strahlkraft ganz anhänglich ("I want to be close to you") und "schwebte" im Engelskostüm an den Fuß der Bühne. So nahbar sie in den ganzen vollgepackten 60 Minuten auch wirkte, machte sie ihrem Namen gleichzeitig alle Ehre und bewahrte sich bis zum Schluss das Geheimnisvolle. Noch immer berauscht twittert sie einen Tag nach der schillernden Hügel-Party: "What a show, what a crowd! Thank you Karlsruhe!" - Danke Aura!

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