LBS Interview: Warum Wohneigentum glücklich macht

Wie kommt man auf die Idee, dass zwischen Glück und Wohneigentum ein Zusammenhang besteht? Und warum macht Wohneigentum glücklich? Prof. Dr. Frank Brettschneider, Leiter der Studie „Macht Wohneigentum glücklich?“ und Inhaber des Lehrstuhls für Kommunikationstheorie an der Universität Hohenheim, hat im Rahmen einer Studie insgesamt 2.788 Personen ab 18 Jahren aus Baden-Württemberg und 1.442 Personen aus anderen Bundesländern befragt. Es ist die erste große, systematische Studie, die einen Zusammenhang zwischen Wohneigentum und Glück herstellt.

Herr Prof. Dr. Brettschneider, wie sind Sie auf die Idee gekommen, eine solche Studie durchzuführen?

Das war eine gemeinsame mit der Stiftung Bauen und Wohnen entwickelte Idee. Über verschiedene Facetten des Glücks wird weltweit derzeit viel geforscht. Der Zusammenhang zwischen Wohneigentum und Glück wurde bislang jedoch vernachlässigt – dabei liegt er so nahe.

 

Warum macht Wohneigentum aus Ihrer Sicht glücklich?

Wohneigentum befriedigt gleich drei fundamentale Grundbedürfnisse von Menschen: Sicherheit, Unabhängigkeit und Selbstverwirklichung. Wohneigentum bietet Sicherheit für das Alter und für die Kinder. Es macht unabhängig von den Entscheidungen der Vermieter. Vor allem aber: Wohneigentum kann man nach den eigenen Vorlieben gestalten. So lässt sich der eigene Lebensstil besser ausdrücken als in Miete.

 

Macht es einen Unterschied, ob eine Immobilie selbst gekauft istoder ob es sich beispielsweise um eine Erbschaft handelt?

Ja, geerbtes Eigentum hat zwar einen riesigen Vorteil: Die Finanzierung fällt leichter. Aber selbst gekauftes Eigentum hat noch größere Vorteile: Es lässt sich selbst gestalten, weil nicht schon alles vorgegeben ist. Auch ist der Stolz darauf größer, es selbst geschafft zu haben.

 

Welche Ergebnisse haben Sie besonders überrascht?

Mich hat überrascht, wie stark die Glücksgefühle im Verlauf der gesamten „Customer Journey“ schwanken. Die Entscheidung für die Immobilie, der Kauf, der Einzug und die Zahlung der letzten Rate sind besondere Glücksmomente. Schäden am Haus trüben dagegen das Glück. Der größte Glücks-Dämpfer ist für die meisten Menschen der Auszug der Kinder.

 

Gibt es bundesweit große Unterschiede beim „Wohnglück“?
Wo würde man die glücklichsten Bundesbürger finden?

Nein, es gibt kaum Unterschiede zwischen den Bundesländern und Regionen. Der Zusammenhang zwischen Wohneigentum und Glück ist universell.

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