Neue Bundesländer holen bei Wohnflächenvergleich auf

Die Pro-Kopf-Wohnfläche in Deutschland wächst – in 2030 wird sie in Westdeutschland durchschnittlich 54 Quadratmeter betragen.

Und auch in Ostdeutschland geben sich die Menschen nicht mehr mit weniger Wohnraum zufrieden. Sie holen im Vergleich langfristig sogar auf.

Laut Erhebungen des Forschungsinstituts empirica gleichen sich die Wohnflächen in den neuen und alten Bundesländern immer weiter an. Während den Menschen in Westdeutschland 2005 pro Kopf noch durchschnittlich 46 Quadratmeter zur Verfügung standen und sie heute auf rund 47 Quadratmetern wohnen, werden es im Jahr 2030 bereits 54 sein. In den neuen Bundesländern und Berlin ist der Zuwachs sogar noch größer: Dort stieg der Wert von 38 Quadratmetern in 2005 auf aktuell 43. Bis 2030 soll die Wohnfläche auf 55 Quadratmeter steigen – ein Zuwachs um 28 Prozent.

„Verantwortlich für diese Entwicklung sind im Wesentlichen drei Gründe: der Trend zu kleineren Haushalten, die Zunahme von älteren Haushalten sowie der Wunsch der Menschen nach möglichst viel Platz und Gestaltungsfreiheit“, sagt Gregor Schneider von der LBS. Während der Anteil der Ein- und Zwei- Personen-Haushalte vor 20 Jahren noch bei knapp zwei Dritteln lag, machen diese heute bereits rund drei Viertel aller privaten Haushalte aus. Zugleich gibt es immer mehr Senioren: Das Forschungsinstitut empirica prognostiziert einen Anstieg der Bevölkerung über 65 Jahre – von aktuell 17 auf rund 22 Millionen in 2030. Die meisten von ihnen leben allein oder zu zweit.

Ein weiterer Grund für das Wohnflächenwachstum: „Die Menschen wollen großzügig leben“, sagt Gregor Schneider. Vor allem Eigenheimbesitzern ist ausreichend Platz wichtig. Mit durchschnittlich 121 Quadratmetern steht ihnen deutlich mehr Raum zur Verfügung als Mietern mit 69 Quadratmetern. Gleichzeitig sind sie unabhängig von einem Vermieter. „Egal, ob das Bad modernisiert oder eine Solaranlage installiert werden soll – Eigentümer entscheiden selbst“, so Schneider. Die finanziellen Vorteile der eigenen Immobilie werden dann im Rentenalter, wenn die Immobilie abbezahlt ist, besonders deutlich: So müssen Mieter im Schnitt etwa 30 Prozent ihres aushaltsnettoeinkommens fürs Wohnen aufwenden, Eigentümer nur rund 10 Prozent.
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