Wohn-Riester wird flexibler

Der Gesetzgeber hat Änderungen bei der Riester-Rente beschlossen. Vor allem aktuelle und angehende igenheimbesitzer profitieren künftigvon flexibleren Regeln beim Wohn-Riester.

Trautes Heim, Glück allein: Die Mehrheit der Bundesbürger will ihren Lebensabend in vertrauter  Wohnumgebung verbringen. Allerdings werden die wenigsten Wohnungen den Anforderungen fürs Leben im Alter gerecht – Stufen erschweren den Zugang, Türen sind zu schmal und es mangelt an Bewegungsfreiheit. Den Bedarf an barrierefreien Wohnungen schätzt das Bundesbauministerium bis zum Jahr 2020 auf 3,5  Millionen Einheiten. Viele Eigentümer sehen zwar die Notwendigkeit für einen schwellenfreien Umbau,  scheuen aber den finanziellen Aufwand. Der liegt bei ca. 20.000 Euro. Die gute Nachricht: Dank der aktuellen Gesetzesänderung kann die Wohn-Riester- Förderung künftig auch für die Finanzierung von alters-  und behindertengerechten Modernisierungen eingesetzt werden.

„Der Wohn-Riester hat sich nur fünf Jahre nach seiner Einführung zu einem Erfolgsmodell entwickelt. Durch  die Änderungen wird er noch flexibler und gewinnt für Eigentümer und Immobilienkäufer an Attraktivität“,  sagt Joachim Klein von der LBS. Das neue Gesetz schafft die Möglichkeit, jederzeit gefördertes Guthaben aus dem Riester-Vertrag zu entnehmen und für einen barrierefreien Umbau zu verwenden. Zu den Voraussetzungen zählen ein Mindestbetrag bei der Entnahme sowie die Prüfung der Maßnahmen durch einen Sachverständigen. Auch wer eine Immobilie bauen oder kaufen möchte, kann bereits vorhandenes Guthaben dafür einsetzen –  oder wie gehabt ein Riester-Darlehen oder einen Riester-Bausparvertrag zur Finanzierung nutzen.

Neu ist zudem die Regelung, angespartes Riester-Kapital jederzeit für die Entschuldung einer Immobilie  verwenden zu können. Künftig kann mit dem Guthaben etwa eine Sondertilgung des bestehenden  Immobiliendarlehens geleistet oder am Ende der Zinsbindung ein Teil oder das gesamte Darlehen abgelöst  werden. Beides beschleunigt die Rückzahlung und senkt damit die Zinslast.


Das ändert sich beim Wohn-Riester

Mit dem Altersvorsorge-Verbesserungsgesetz ergeben sich mehrere Änderungen für den Wohn-Riester. Die  wichtigsten Neuerungen im Überblick:

Jederzeitige Kapitalentnahme
In Zukunft können Riester-Sparer bis zum Beginn der Auszahlungsphase jederzeit Kapital aus ihrem Riester- Sparvertrag entnehmen. Dieses kann für den Kauf oder Bau von selbstgenutztem Wohneigentum und die  Tilgung eines Immobiliendarlehens eingesetzt werden. „Bislang musste ein direkter zeitlicher Zusammenhang zum Erwerb der Immobilie bestehen, und eine Entschuldung war nur zu Beginn der Auszahlungsphase  möglich“, sagt Professor Heinrich Bockholt vom Institut für Finanzwirtschaft in Koblenz.

Barrierefreier Umbau
Riester-Guthaben kann künftig auch für alters- und behindertengerechte Umbaumaßnahmen verwendet werden. Voraussetzungen: Die Hälfte der Summe wird für Maßnahmen eingesetzt, die den gesetzlichen Vorgaben für einen barrierefreien Umbau entsprechen. Der übrige Kostenanteil muss ebenfalls der Reduzierung von Barrieren in oder außerhalb der Immobilie dienen. Beides ist von einem Sachverständigen zu bestätigen, und der Sparer kann keine weiteren Zuschüsse oder Steuererleichterungen in Anspruch nehmen. Wurde die Immobilie vor weniger als drei Jahren angeschafft, müssen mindestens 6.000 Euro entnommen  werden. Liegt der Erwerb länger zurück, sind es mindestens 20.000 Euro.

Jederzeitige Einmalbesteuerung
Die Riester-Beiträge und Zulagen werden auf einem fiktiven Wohnförderkonto erfasst und verzinst. Zu Beginn der Auszahlungsphase mussten sich Sparer bislang zwischen einer Besteuerung der dort aufgelaufenen Summe
in gleichen Raten bis zum 85. Lebensjahr oder einer rabattierten Einmalbesteuerung von 70 Prozent des  geförderten Kapitals entscheiden. Durch die Gesetzesänderung besteht die Möglichkeit zur Einmalbesteuerung während der gesamten Auszahlungsphase.

Neuregelung des Entnahmebetrags
Bis dato durften Sparer für den Erwerb von Wohneigentum bis zu 75 Prozent oder die komplette Summe aus ihrem Riester-Vertrag entnehmen. Diese Einschränkung entfällt. Künftig kann jeder Betrag ab 3.000 Euro entnommen werden, bei Teilentnahmen müssen mindestens 3.000 Euro im Vertrag verbleiben.

Flexiblere Wechselfristen
In Zukunft haben Riester-Sparer beim Verkauf oder der Vermietung ihres Wohneigentums mehr Zeit, den geförderten Betrag in gleicher Höhe in eine andere Immobilie zu investieren. Professor Thomas Dommermuth vom Institut für Vorsorge und Finanzplanung in Altenstadt: „Die Frist dafür verlängert sich auf zwei Jahre vor und fünf Jahre nach Ablauf des Veranlagungszeitraums, in dem die Wohnung letztmals selbst genutzt wurde.“

Mehr Infos auf www.lbs-bw.de
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